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Akupunktur bei Sommerekzem – Fallbericht aus der Pferdepraxis

Aktualisiert: 14. Dez 2020

Lif ist eine 27-jährige Isländerstute. Seitdem sie mit 9 Jahren nach Deutschland importiert wurde, leidet sie – wie so viele Isländer – an Sommerekzem. Besonders schlimm war es, wenn sie im Sommer auf einer Weide in Waldnähe stand, wo die Kriebelmücken in der Dämmerung besonders aktiv sind.


Sie schubberte sich Mähnenkamm, Schweifrübe und Bauchnaht, teilweise so schlimm, dass es blutete und nässte. Verschiedene Behandlungen wie Eigenbluttherapie und Desensibilisierung brachten keine Besserung, nur das Behandeln der Symptome durch tägliches Einschmieren mit verschiedenen Präparaten und das Tragen einer Ekzemdecke brachten Linderung.


Im Februar 2017 begannen wir mit 4 Behandlungen im Abstand von zunächst einer, dann zwei Wochen. Ziel war es, die „prophylaktische“ Therapie abgeschlossen zu haben bevor die Saison beginnt. Es konnte in diesem Sommer eine leichte Verbesserung der klinischen Symptomatik erzielt werden (etwas weniger Juckreiz, deutlich weniger Hautläsionen).


Im Februar 2018 wiederholten wir die Behandlung, ebenfalls 4 Behandlungen im Abstand von einer bzw. zwei Wochen. Erneut trat eine klinische Besserung von mindestens 50 % ein. Lif musste zwar auch in diesem Sommer die meiste Zeit eine Ekzemdecke tragen, aber sie zeigte kaum Juckreiz und kratzte sich fast nur noch an der Bauchnaht und am Euter, Mähne und Schweif blieben weitestgehend verschont. Ich bin gespannt, was die Behandlung 2019 noch an Besserung bringt! Ich werde berichten!


Was ist Sommerekzem?


Das Sommerekzem ist eine multifaktorielle Hauterkrankung. Es ist eine ererbte, teils aber auch erworbene Ekzembereitschaft, deren komplexe Ursachen noch nicht vollständig geklärt werden konnten. Als eine der Hauptursachen des teils sehr massiven Juckreizes gelten jedoch Kriebelmücken und in geringerem Maße auch Gnitzen.


Verstärkt treten die Symptome, entsprechend des Vorkommens dieser Lästlinge, in den Monaten April bis Oktober auf. Andere beteiligte Faktoren können Stoffwechselstärungen, eine Überempfindlichkeit gegen Umwelteinflüsse und auch Stress sein. Die betroffenen Pferde (längst nicht mehr nur Isländer) leiden unter unerträglichem Juckreiz und den sekundären Folgen, wie Hautinfektionen.


Aus Sicht der TCVM sind bei diesen Pferden oft die Funktionskreise Leber, Milz oder Niere gestört und die Ekzeme weisen oft eine Hitzesymptomatik auf. Der Juckreiz ist nach der TCVM ein Hinweis auf das Eindringen des äußeren pathogenen Faktors Wind. Es gilt also Hitze und Wind auszuleiten, während gleichzeitig die betroffenen Funktionskreise gestärkt werden müssen.

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