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Betreuung der Trächtigkeit und Geburt bei einer Hündin

Ivy ist eine sechsjährige Berger des Pyrenées Hündin, die ihren ersten Wurf erwartet. Regelmäßige Untersuchungen während der Trächtigkeit und die Ernährungsberatung rund um Trächtigkeit und Laktation wurden zuhause in aller Ruhe durchgeführt. Die Geburt einer Hündin ist sowohl eine wunderschöne als auch eine nervenaufreibende Angelegenheit für den Hobbyzüchter.


Gerade wenn es der erste Wurf ist, fühlt man sich oft überfordert mit der Situation und wünscht sich Unterstützung. Natürlich kann man sich viel Wissen anlesen und sich bestmöglich auf die Situation vorbereiten, aber nicht jeder traut es sich zu, die Geburt eines großen Wurfes ganz allein zu managen.


Die durchschnittliche Graviditätsdauer einer Hündin wird mit 63 Tagen angegeben. Allerdings muss der Tag der Bedeckung nicht der Tag der Konzeption sein. Bei einer natürlichen Bedeckung ohne vorherige Bestimmung des optimalen Deckzeitpunkts mittels Vaginalzytologie und/oder Progesteronbestimmung, können im Extremfall zwischen 58-72 Tage zwischen Deckakt und Geburt liegen.


Die Geburt gliedert sich in die Öffnungs-, Austreibungs- und Nachgeburtsphase. Schon mehrere Tage vor der Geburt können Verhaltensänderungen bei der Hündin auftreten, wie Nestbau, Nervosität, Anhänglichkeit, vermehrtes Lecken der Vulva und teilweise Nahrungsverweigerung.


Der Beginn der Öffnungsphase wird mit einer vorübergehenden Absenkung der Körpertemperatur auf unter 37,2°C eingeleitet, weswegen regelmäßige Temperaturmessungen zum Ende der Trächtigkeit hin sinnvoll sind. Nach Feststellen des Temperaturabfalls sollte innerhalb von 24 Stunden die Austreibungsphase beginnen.


Die Austreibungsphase ist gekennzeichnet durch regelmäßige Kontraktionen der Bauchdecke („Bauchpresse“) und Austreibung von Uterusinhalt (Welpen, Fruchtwasser und Eihäute). In Abhängigkeit von der Wurfgröße kann diese bis zu 12-24 Stunden in Anspruch nehmen. Die Welpen werden in Längslage (Vorder- oder Hinterendlage) geboren. Zwischen der Geburt zweier Welpen betreibt die Hündin Brutpflege; sie kümmert sich also um den Nachwuchs und befreit die Welpen von den Eihäuten und nimmt meist auch selbstständig die Nachgeburten ab.


Eine Erstversorgung der Welpen sichert ihre Vitalität. Eventuell muss die Mutter bei der Entfernung der Eihäute unterstützt werden, ein blutender Nabel abgebunden werden oder Schleim aus der Nase und Mundhöhle abgesaugt werden. Bei anhaltender Apnoe sind weitere Maßnahmen notwendig.


Die Nachgeburtsphase beendet die Geburt. In der Regel geht die Nachgeburt innerhalb von 15 Minuten nach der Geburt des Welpen oder mit dem Welpen zusammen ab. Ob die Geburt abgeschlossen ist, weiß man am besten, wenn vor der Geburt ein Trächtigkeitsröntgen durchgeführt wurde. Dann weiß man vorab schon die erwartete Stückzahl.


Auch nach der Geburt gibt es einiges zu beachten. Eine adäquate Ernährung der Mutter sichert eine ausreichende Milchversorgung der Kleinen. Auf kontinuierliche Gewichtszunahmen der Welpen ist dennoch zu achten. Auch die Umgebungstemperatur ist kritisch, da die Welpen in der 1. Lebenswoche noch nicht „kältezittern“ können. Optimale Bedingungen schafft eine Wurfkiste und die Nähe zur Mutterhündin.


Regelmäßige Entwurmungen und die Erstimpfung der Welpen mit acht Wochen (inkl. Ausstellen der EU-Heimtierausweise und Kennzeichnung mittels Mikrochips) können ebenfalls zuhause durchgeführt werden.

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