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Behandlung einer Thrombozytopenie mittels komplementärmedizinischer Maßnahmen - Fallbericht Hund

Aktualisiert: 14. Dez 2020

Ein schönes Beispiel einer erfolgreichen Kombination von schulmedizinischen Maßnahmen, die um traditionell chinesische Ansätze ergänzt wurden, liefert der folgende Fall:

Sancho ist ein einjähriger Bodeguero-Andaluz-Mischling, der über eine spanische Tierschutzorganisation nach Deutschland vermittelt wurde.


Im Zuge einer Untersuchung auf Mittelmeerkrankheiten wurde ein positiver Ehrlichiose-Titer und im Blutbild eine damit einhergehende Thrombozytopenie und eine geringgradige Anämie (Blutarmut) diagnostiziert.


Thrombozytopenie bedeutet, dass die Anzahl der für die Blutgerinnung mitverantwortlichen Blutplättchen unter den Normbereich abgesunken ist. Infolge einer Thrombozytopenie können Blutungen in den verschiedenen Organsystemen auftreten, die man äußerlich zum Teil als punktförmige Einblutungen in den Schleimhäuten erkennen kann.


Es gibt drei Hauptgründe für das Entstehen einer Thrombozytopenie: eine vermehrte Zerstörung der Thrombozyten (primär durch immun-mediierte Prozesse oder sekundär durch Blutparasiten), eine verminderte Produktion (im Knochenmark) oder ein vermehrter Verbrauch (z.B. im Rahmen schwerer Blutungen oder von Blutgerinnungsstörungen).


Vektoren-übertragene Krankheiten durch Zecken und Stechmücken kommen im Mittelmeerraum sehr viel häufiger vor als in Deutschland. Die canine Ehrlichiose ist eine akut bis chronisch verlaufende Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Ehrlichia canis verursacht wird. Ehrlichien befallen die weißen Blutkörperchen der Hunde und unterdrücken deren Abwehrfunktion.


In der Akutphase der Erkrankung treten Fieber, Nasenbluten, eine Schwellung der Lymphknoten und gelegentlich auch zentralnervöse Störungen (Zuckungen, Überempfindlichkeit) auf. Im chronischen Stadium können Blutungen und Ödeme, Leistungsschwäche, Abmagerung, Anämie, Gelenkerkrankungen und ebenfalls zentralnervöse Symptome durch eine Meningoenzephalitis auftreten.


Die Standardbehandlung für die canine Ehrlichiose besteht in der Gabe von Doxycyclin, einem Antibiotikum, das erfolgreich gegen den Erreger eingesetzt werden kann.

Sancho zeigte nach chinesischer Diagnosestellung ein sogenanntes primäres Überschuss-Muster durch ein Blut-Hitze-Toxin mit einer sekundären Milz-Qi-Schwäche und einem beginnenden Blut-Mangel.


Die Milz ist nach chinesischem Verständnis dafür verantwortlich das Blut in den Gefäßen zu halten und durch den Transport und die Umwandlung von Nahrung Gu Qi und Blut zu produzieren. Ist sie geschwächt, kommt es zur vermehrten Durchlässigkeit der Gefäße (Extravasation) und damit zu Blutungen.


Die integrative Behandlung von Thrombozytopenien (primärer oder sekundärer Art) mittels europäischer Schulmedizin und traditionell chinesischer Medizin wurde in einer Studie wissenschaftlich untersucht und die Effektivität bestätigt (Chee May Wong, AJTCVM Vol. 15, No. 2, August 2020). Gui Pi Tang ist eine chinesische Kräutermischung, die als Blut-Tonikum die Milz stärken und das Herz nähren kann. Gui Pi Tang tonisiert das Qi und Blut und hilft der Milz, das Blut in den Gefäßen zu halten.


Sancho wurde mit dem zuvor genannten Antibiotikum Doxycyclin in Kombination mit Gui Pi Tang behandelt, wodurch eine schnelle Besserung der Blutparameter und des klinischen Zustandes erreicht werden konnte. Nach Beenden der antibiotischen Behandlung wurde der Darm von Sancho mittels prä- und probiotischer Ergänzungsfuttermittel aufgebaut und Sancho erfreut sich inzwischen bester Gesundheit in seinem neuen Zuhause.


Wichtig zu wissen: Eine Reiseprophylaxe bei geplantem Urlaub mit Hund in einem der Mittelmeerländer zum Schutz vor den vektorenübertragenen Erkrankungen ist dringend anzuraten! Vorsorge ist besser als Nachsorge!

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